Ausstellungen

Eine Auswahl aktueller Ausstellungen und digitaler Angebote unserer ArtCard-Partnermuseen. Neue Ausstellungsempfehlungen kommen Kürze

Deutschland

Weserburg, Bremen
Die Tödliche Doris
Ausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen
22.11.2025–04.10.2026

Die Berliner Kunstszene der 1980er-Jahre ist zurück. Im Sommer 2025 zeigte die Berlinische Galerie die Retrospektive von Käthe Kruse, Mitglied der Künstlergruppe und Band „Die Tödliche Doris”. Nun zeigt die Bremer Weserburg als erstes Museum eine ausführliche Retrospektive der gesamten Gruppe. Sie wurde im Umfeld der Punkbewegung von Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen gegründet, die damals beide noch an der Berliner Hochschule der Künste studierten. Die zwischen 1980 und 1987 mit wechselnden Mitgliedern aktive Gruppe verband Strategien von Warhols Factory mit Einflüssen von Fluxus, Punk, Wave, Concept-Art sowie anarchischem und poststrukturalistischem Denken. „Doris“ war kein Star und auch keine Einzelkünstlerin, sondern ein amöbenhaftes Netzwerk, ein avantgardistisches Meme, das Musik, Noise, Light- und Stripshows, Performances, Filme, Bücher, Gossip, Möbel, Malerei, Objektkunst, Vinyl, Mode und Hörspiele produzierte – sogar eine Bewerbung für einen Sitz im Berliner Senat. Die Bremer Ausstellung zeigt, wie bahnbrechend dieses künstlerische Werk war und warum die Gruppe noch heute einen solch legendären Ruf hat.

Die Tödliche Doris auf dem Festival der Genialen Dilletanten, West-Berlin, 1981

Hamburger Kunsthalle
Maria Lassnig und Edvard Munch: Malfluss = Lebensfluss
27.03. – 30.08.2026

Früher hätte man Edvard Munch (1863–1944) als Genie in den Olymp der modernen Männer-Maler gesetzt. Doch nicht nur die berühmte britische Malerin Tracey Emin verehrt Munch, dem sie Performances, Gemälde und eine gigantische, mütterliche Skulptur vor dem Munch Museum in Oslo gewidmet hat. Er inspiriert jüngere Künstlergenerationen, die ihn mit neuen Augen sehen. Da macht es Sinn, ihn mit einer Ikone der feministischen Avantgarde zusammenzubringen: Maria Lassnig (1919–2014). Sie gilt heute als Vorläuferin radikaler körperbezogener Kunstströmungen, wie Wiener Aktionismus oder weibliche Body Art. Beide erschufen eine Malerei, die ungeheuer physisch und zugleich seelisch ist. Für beide war Malerei ein Mittel radikaler Selbstbefragung. Jetzt werden zum ersten Mal gemeinsam in „Malfluss = Lebensfluss“, einer Doppelschau mit über 180 Arbeiten zu sehen sein, darunter zahlreiche Hauptwerke, aber auch eher selten gezeigte Gemälde, Arbeiten auf Papier Filme, Fotografien und Skulptur.

Maria Lassnig (1919–2014)
Ohne Titel (Schreiende), 1981
Bleistift, Aquarell auf Papier
627 x 438 mm
Maria Lassnig Stiftung
© Maria Lassnig Stiftung / VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Foto: Roland Krauss

Kunsthalle Bielefeld
Duane Linklater: Cache
21.03 –14.06.2026

Der 1976 geborene Duane Linklater ist Omaskêko Cree und erobert gerade die internationale Kunstwelt. Der Künstler, der im kanadischen Ontario lebt, gehört zu einer jüngeren Generation von indigenen nordamerikanischen Künstlern und Künstlerinnen, die sich unter neuen Vorzeichen mit den Folgen des Siedlerkolonialismus, Genoziden, der Auslöschung von indigener Kultur und Erinnerung beschäftigen. Dabei nimmt Linklater, der mit Video, Performance, Installation und Skulptur arbeitet, auch das Museum ins Visier – die Art und Weise, wie es Macht repräsentiert, Geschichte, Werte und Wissen vermittelt. Linklater, der sich mit indigener Kunst, Spiritualität, Praktiken wie der Jagd und dem Pelzhandel auseinandersetzt, reflektiert zugleich die digitale Welt, Popkultur, den westlichen weißen Kunstkanon. Dabei hinterfragt er auch Vorstellungen von Folklore und traditioneller künstlerischer Produktion. So arbeitet er mit industriellen, vorgefundenen Materialien, High-Tech, konzeptionell und oft im Kollektiv mit seiner Familie und anderen Künstlern. „Cache“, der Titel seiner ersten institutionellen Ausstellung, erinnert an den Zwischenspeicher auf dem Computer. Linklaters mit Planen bezogene Gerüst-Skulpturen thematisieren das Speichern oder Bewahren von Daten, Dingen, Erinnerungen. Die industriellen Module beherbergen Gemälde, Objekte und persönliche Dinge – nicht zur unmittelbaren Aneignung, sondern als Speicher, die sich dem Zugriff des Publikums entziehen.

Duane Linklater, teŝipitakan_cache_1, 2024, Installation view, cache, Catriona Jeffries, Vancouver, 2024. Photo: Rachel Topham Photography, Courtesy Catriona Jeffries.

Schirn Frankfurt
Thomas Bayrle
Fröhlich sein!
12.02 –10.05. 2026

Für die deutsche Kunst ist Thomas Bayrle das, was Kraftwerk in der Musik ist – eine Legende. 60 Jahre währt seine Karriere jetzt schon. Bayrle, der eng mit der Geschichte der Sammlung Deutsche Bank verbunden ist, nahm schon in den 1960er-Jahren die digitale Pixelästhetik vorweg und war mit seinen Gemälden und Drucken immer nah an der Gegenwartstechnologie dran. Fast jeder kennt seine Bilder, auf denen sich durch das Wiederholen, Vernetzen und Verweben von Einzelelementen ein flirrendes Gesamtmotiv ergibt, seien dies Autos, Stars, Logos, Sportler oder Alltagsgegenstände. Neben den Strukturen von Konsum, Arbeit, Urbanität und Technologie spielen Fortbewegung, Pop- und Massenkultur sowie (Ersatz-)Religion eine zentrale Rolle. „Fröhlich sein!“ war ein Leitsatz, den er seinen Studierenden gerne und häufig mit auf den Weg gab. Für Bayrle selbst war dies eine Lebensauffassung, eine künstlerische und politische Haltung. Ein gutes Motto für die aktuelle Zeit.

Thomas Bayrle, Kim Kardashian XII, 2021, Pigmentdruck auf Papier, 98 x 87 cm
© Thomas Bayrle, VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin, Foto:
Wolfgang Günzel

Kunstsammlungen Chemnitz
Spuren der Nähe
Käthe Kollwitz und zeitgenössische Fotografie
7.05.–30.08.2026

Heidi Specker ist eine der bedeutendsten deutschen Fotografinnen der Gegenwart. Mit ihrem kühlen, sachlichen und zugleich poetischen Ansatz hat sie auch nachfolgende Generationen geprägt. Mit ihrer Klasse für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig nähert sie sich nun in den Kunstsammlungen Chemnitz dem politischen und emphatischen Werk von Käthe Kollwitz an, deren Arbeiten in der Sammlung des Hauses umfassend vertreten sind. Gezeigt werden Zeichnungen sowie Radierungen, Lithografien und Holzschnitte aus den Jahren 1892 bis 1938.

Zentrale Werkgruppen wie Ein Weberaufstand, Bauernkrieg und Krieg treten neben Selbstbildnisse, Porträts von Arbeiter:innen sowie Darstellungen von Müttern und Kindern. Aktuelle Fotografien, Grafiken sowie skulpturale und filmische Installationen greifen zentrale Themen wie Selbstdarstellung, Körper und Mutterschaft sowie Krieg, Klasse, Gewalt und Protest auf und übersetzen sie in die Gegenwart.

Heidi Specker
B.F., 2016
Fotografie
Foto: Heidi Specker © Heidi Specker

Museum für Fotografie, Berlin
Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotogrannen
17.04. bis 04.10. 2026

Als Ise Frank 1923 den berühmten Bauhaus‑Architekten Walter Gropius heiratet, sind Wassily Kandinsky und Paul Klee ihre Trauzeugen. Für Gropius verzichtet sie auf einen eigenständigen Beruf und tritt in den Dienst des Bauhauses: als Sekretärin, Lektorin, Organisatorin und als „Partner von gleichem Rang“. Die Bauhaus‑Idee wird zu ihrem „zweiten Ich“, wie sie später sagt. Die Arbeit ihres Mannes beeinflusst sie maßgeblich; sie wirkt als Autorin und Fotografin und emigriert mit ihm in die USA. Doch für die meisten bleibt sie „Frau Bauhaus“.

Jetzt sind ihre Fotografien in einer großen Ausstellung zu sehen, die zeigt, wie kühn und avantgardistisch die Bauhaus‑Frauen fotografierten und was für Pionierinnen sie waren. Mit über 300 Fotografien aus dem Sammlungsbestand des Bauhaus‑Archivs dokumentiert die Schau erstmals umfassend die Bedeutung dieser Künstlerinnen und ihres fotografischen Werkes. Das Spektrum reicht dabei von gegenständlichen Porträts und Architekturfotografien bis hin zur abstrakten, experimentellen Fotografie. Vertreten sind prominente Positionen wie Marianne Brandt sowie zahlreiche Fotografinnen, deren Werke ikonisch wurden, die selbst jedoch in Vergessenheit geraten sind.

Seeing Words, Reading Images
Die Written Art Collection im Dialog mit der
Sammlung Deutsche Bank
Bis 17. 08. 2026

„Written Art“ überschreitet die Grenzen von Schrift und Bild. „Written Art“ bezeichnet Skulpturen oder Raumarbeiten, die wie Texte „gelesen“ oder wahrgenommen werden können und in denen wir verborgene Strukturen, Zeichen und politische Kommentare entdecken. Eine neue Ausstellung im PalaisPopulaire vereint Werke aus der Written Art Collection, der wohl umfangreichsten Sammlung von moderner Schriftkunst nach 1945, mit Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank. Die Ausstellung präsentiert rund 30 Künstler:innen aus Europa, den USA, dem Nahen Osten, Japan und China.

Das Spektrum reicht von Kalligrafie gestischen und poetischen bis hin zu politischen und konzeptionellen Arbeiten. Viele Künstler:innen nutzen dabei Formen der Schriftkunst, um über Gewalt, Krieg, Migration und Kolonialismus nachzudenken. Es gibt fantastische Entdeckungen zu machen, wie Shiryû Morita (1912–1998) Er war ein Meister der modernen japanischen Kalligrafie und prägte die westliche Nachkriegsabstraktion. Mit dabei sind prominente Positionen wie Etel Adnan, Natalie Czech, Jenny Holzer, Rebecca Horn, William Kentridge, Shirin Neshat, Slavs and Tatars, Lawrence Weiner.

Etel Adnan
The Linden Tree Poems, 2019
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026. Courtesy the Artist and Sfeir-Semler Gallery

Städel, Frankfurt
Elmgreen & Dragset
Stillleben mit Gemüse
11.06.–20.09.2026

Die Wahl- Berliner Michael Elmgreen und Ingmar Dragset arbeiten seit Mitte der 1990er‑Jahre zusammen und zählen zu den einflussreichsten queeren Künstlern der Gegenwart. Die beiden sind im weitesten Sinne Bildhauer, arbeiten aber ebenso mit Installation, Performance und Architektur. „Queer“ bedeutet hier auch, dass sie sich mit ihrer Kunst und ihren Interventionen immer wieder querstellen, den historischen und politischen Kontext von Orten und Institutionen thematisieren und diese oft mit Humor kritisch hinterfragen. Das tun sie nun auch im Städel mit „Stillleben mit Gemüse“.

Die Besucher stoßen an unerwarteten Stellen auf Skulpturen und Installationen von Elmgreen & Dragset, die mit der Architektur und der über 700 Jahre umfassenden Sammlung des Städel Museums interagieren. Dabei werden die Konventionen des Kunstbetrachtens, des Sammelns und Repräsentierens kräftig aufgerüttelt und der Blick auf oft übersehene Details gelenkt. Man kann sich dabei auf eine Art Schatzsuche begeben: Zwei große Installationen in der Sammlung Gegenwartskunst bilden den Kern der Präsentation, die sich mit Skulpturen und Interventionen der Künstler durch das gesamte Haus bis in die benachbarte Liebieghaus Skulpturensammlung entfaltet.

Foto: Studio Elmgreen & Dragset
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025

New Orleans Museum of Art, New Orleans
Robert Gordy: Outside the Mainstream
Bis 11.10.2026

Der aus Louisiana stammende Robert Gordy (1933–1986) war ein einzigartiges Phänomen, eine Art Solitär in der US‑Malerei. Seine grafisch‑eleganten, oft ornamentalen Gemälde erinnern an Art Deco und Surrealismus, nehmen aber bereits in den 1960er‑Jahren die postmoderne Malerei vorweg. Häufig wurden sie auch dem sogenannten „Pattern & Decoration Movement“ der 1970er Jahre zugerechnet. Die Bewegung setzte sich aus Künstlerinnen und einigen Künstlern zusammen, die zuvor in den abstrakten Kunstströmungen der 1960er Jahre aktiv gewesen waren. Sie reagierte auf den westlich und männlich geprägten Kanon der Moderne und Nachkriegsmoderne, der zu einer Marginalisierung nicht‑westlicher und femininer Kunst‑ und Kunsthandwerksformen geführt hatte. Die oft feministisch engagierten Künstlerinnen wollten das Interesse an „minderwertigen“ oder als trivial empfundenen Formen, Mustern und Dekoren wiederbeleben.

Gordy bestand allerdings auf Unabhängigkeit und sagte, er ziehe es vor, „außerhalb des Mainstreams“ zu arbeiten. In den 1970er und 1980er Jahren war er für seine meisterhaften Kompositionen sowie für das raffinierte Zusammenspiel von Raum, Linie und Farbe bekannt, nahm an der Whitney‑Biennale und anderen großen Ausstellungen teil, und das New Yorker PS1 widmete ihm eine Einzelausstellung. Obwohl er heute vor allem für seine Druckgrafiken und späten Monotypien bekannt ist, arbeitete er im Laufe seiner Karriere mit einer Vielzahl von Medien.
Diese Ausstellung, die erste umfassende Präsentation des Werks des Künstlers im New Orleans Museum of Art seit über vier Jahrzehnten, zeigt eine Auswahl aus Gordys Schaffen von den 1950er Jahren bis zu seinem frühen Tod durch AIDS im Jahr 1986.

Robert Gordy, Rimbaud’s Dream #2, 1971
New Orleans Museum of Art

Europa

Istanbul Modern
Semiha Berksoy: Aria of All Colors
Bis 06.09.2026

Erst im Frühjahr 2025 sorgte das Werk der türkischen Opernsängerin und Malerin Semiha Berksoy (1910–2004) im Hamburger Bahnhof in Berlin für Furore. Berksoy, die in den 1930er Jahren im nationalsozialistischen Deutschland an der Berliner Musikakademie studiert hatte und 1939 durch ihre Rolle in der Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ bekannt wurde, hatte auch Malerei studiert. Doch erst lange nach ihrer Rückkehr in die Türkei wurde sie als bildende Künstlerin wahrgenommen. In den 1960er-Jahren entstanden Werke, in denen zunehmend Träume, Visionen und Gefühle in den Fokus rückten. Berksoy entwickelte einen „expressiven“, völlig eigenwilligen Stil, der die Grenzen der Malerei sprengte. Das Istanbul Modern präsentiert mit „Aria of All Colors“ nun die bislang umfassendste Ausstellung über Semiha Berksoy in der Türkei. Zugleich ist die Ausstellung eine Neuinterpretation der Berliner Schau und vereint über 200 Werke Berksoys aus den Bereichen darstellende Kunst, bildende Kunst, Kino und Literatur. „Aria of Colors“ dokumentiert die einzigartigen Verbindungen, die Berksoy zwischen Oper, Theater, Malerei und Literatur hergestellt hat. Sicher eines der Kunstereignisse des Jahres in Istanbul.

Semiha Berksoy
Feast at the Prison, 1999
Dr. Nejat F. Eczacıbaşı Foundation Collection

MUDAM, Luxembourg
Simon Fujiwara: A Whole New World
20.03 – 23.08.2026

„Nur wenigen anderen Künstlern gelang es in den letzten Dekaden, das heutige Lebensgefühl zwischen Werbung, Unterhaltung und Onlinekultur zu beschreiben, in dem wir unsere Identitäten und Körper, unsere Welten radikaler denn je formen und repräsentieren können – aber zugleich im Strom der Algorithmen immer warenförmiger werden. Mit scharfsinnigem Witz spürt der 1982 geborene japanisch-britische Künstler Simon Fujiwara in seinen immersiven Videoarbeiten und Installationen den Abgründen des digitalen Turbokapitalismus, aber auch Momenten von Menschlichkeit und sogar Freude nach. Jetzt widmet ihm das MUDAM mit *A Whole New World* eine opulente, immersive Mid-Career-Retrospektive, die von der Szenografie und Dramaturgie von Freizeitparks inspiriert ist. Sie vereint Fujiwaras Werke zu einer Reihe seiner eigenen „Wunderwelten“. Diese entfalten sich im gesamten Museum und führen die Besuchenden durch Umgebungen, die sie verzaubern und zugleich verunsichern sollen. So trifft man auf Who the Baer (2020–laufend), Fujiwaras Cartoonfigur und Freizeitpark-Maskottchen. „Who“ besitzt keine feste Identität – weder Herkunft, Geschlecht noch sexuelle Orientierung oder Nationalität – und ist unablässig auf der Suche nach einem Bild des eigenen, wahren Ichs. Neben vielen Hauptwerken wie Joanne (2016), Fabulous Beasts (2015–2016) und The Mirror Stage (2009–2013), einem verspiegelten Lachkabinett, ist auch Hope House (2017–2020), Fujiwaras atemberaubende Auseinandersetzung mit der Geschichte von Anne Frank, zu sehen.

Simon Fujiwara, Likeness, 2018
Ausstellungsansicht, Simon Fujiwara, Hope House,
Blaffer Art Museum in der University of Houston, Texas, 2020-21
Foto: Sean Fleming

Tate Modern, London
Tracey Emin
27.02.–31.08.2026

Niemand hat so unerbittlich und intim über Schmerzen berichtet und gemalt wie Dame Tracey Emin, höchstens Frida Kahlo. Man kann sie in der Tradition von Munch, Schiele, aber auch von großen Poeten, Outsidern und Visionären sehen. David Bowie, mit dem sie eng befreundet war, hat über sie gesagt, sie sei wie "William Blake as a woman, written by Mike Leigh". Zugleich ist Emin, die auch in der Sammlung Deutsche Bank vertreten ist, alles andere als ein Outsider. Bereits in den 1990er-Jahren wurde sie mit „My Bed“, ihrem skandalumwitterten, für den Turner Prize nominierten, ungemachten und mit Kippen und Körperflüssigkeiten übersäten Bett, international berühmt. Emin hat nicht nur als Malerin die Welt erobert, sondern auch eine extrem schwere Krebserkrankung entgegen allen Erwartungen überlebt. In Großbritannien ist sie eine Art Nationalheiligtum und verkörpert die britische Kultur – von der Working Class bis zur Oberschicht. Jetzt wird sie mit einer gigantischen Meilenstein-Ausstellung in der Tate Modern gefeiert – ein Ereignis, das man einfach nicht verpassen darf.

Tracey Emin, The End of Love 2024. Tate © Tracey Emin

Stedelijk Museum, Amsterdam
Dan Voh
πνεῦμα (Ἔλισσα)
14.02. bis 02.08.2026

Seit mehr als zwei Jahrzehnten entwickelt der 1975 geborene Danh Vo, der als Vierjähriger mit seiner Familie von Vietnam nach Dänemark floh, eine Bildsprache, die auf Entwurzelung basiert. Der Künstler, der heute in Mexico-City und nördlich von Berlin auf seinem Güldenhof in einer Gemeinschaft von 20 Personen lebt und arbeitet, ist für seine installativen „Raumchoreografien“ berühmt, in denen er, eigene Werke, gesammelte Objekte und Arbeiten anderer Künstler vereint. Das titelgebende altgriechische Substantiv, πνεῦμα Ἔλισσα ,das ursprünglich „Hauch“ , „Atem“, oder „Wind“ bedeutet, bezeichnet das aktive, schöpferische Prinzip, das den Kosmos strukturiert. In diesem Sinne ist die Ausstellung eine Erkundung menschlicher Intimität und der Bedingungen, die das Handeln, die Resilienz und die Sinnstiftung des Einzelnen prägen. Fragmente von antiken Skulpturen, religiöse Reliquien und monumentale Fundstücke werden in einen Dialog gebracht, um zu beleuchten, wie historische Kräfte sich auf Körper, Materialien und persönliche Erzählungen auswirken.

Installation view: Danh Vo – Tropaeolum, 2023. La Bourse de Commerce, Paris. Photo: Nick Ash

Fondazione Prada, Mailand
Hito Steyerl: *The Island
Bis 30.10.2026

„The Island“, Hito Steyerls ortsspezifisches Projekt für das Osservatorio in der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand, ist eine komplexe Filminstallation. Sie verknüpft unterschiedliche Erzählungen miteinander, die alle mit dem Motiv der Überschwemmung assoziiert sind und dringliche Themen wie die aktuellen autoritären Tendenzen, den Einsatz von KI, die Klimakrise und den politischen Druck auf die Wissenschaft aufgreifen. Der 26‑minütige Film, der auf der dalmatinischen Insel Korčula gedreht wurde und voller Animationen ist, bildet das Zentrum der Ausstellung und wurde eigens für Mailand realisiert. Der deutsche Schauspieler Marc Waschke, der öfter in Steyerls Filmen mitmacht, spielt einen tragikomischen Superhelden, der in einem Flash‑Gordon‑Kostüm und mit einem Star‑Wars‑Schwert die Welt retten muss. Es geht um Archäologie, Quantenphysik und Faschismus. „Und all das auf einer kleinen Insel in Dalmatien an der Adria. Alle diese Elemente knallen in dieser Installation aufeinander, die hoffentlich auch Kindern eine Freude bereitet“, sagt Steyerl. Dabei prallen auch unterschiedliche Zeiten aufeinander: eine medial verwirrte, kapitalistisch verzerrte und technologisch‑disruptive „Fake Time“ und „Deep Time“ – die Tiefenzeit des verborgenen geologischen Erfahrungsraums, eine Unterwasserzeit, die außerhalb des künstlich geschaffenen Spektrums des Menschen liegt.

The Island” by Hito Steyerl, Osservatorio Fondazione Prada, Milan. Photo: Andrea Rossetti, Courtesy Fondazione Prada

Fondazione Prada, Venedig
Helter Skelter: Arthur Jafa und Richard Prince
09.05.–23.11.2026

Die von Nancy Spector kuratierte Ausstellung ‚Helter Skelter‘ setzt die Werke zweier bedeutender amerikanischer Künstler, Arthur Jafa (geb. 1960) und Richard Prince (geb. 1949), in einen künstlerischen und konzeptionellen Dialog. Obwohl sie im Abstand von einem Jahrzehnt geboren wurden, teilen beide eine gewisse Ruchlosigkeit, wenn es um die Aneignung und Manipulation von Bildern geht. Die von ihnen genutzten Quellen reichen von Filmen, Pulp-Fiction und Comics über YouTube-Videos, Science-Fiction-Geschichten, Albumcover und Rock-’n’-Roll-Poster bis hin zu Erstausgaben der Beat-Literatur, Wochenschauen, Celebrity-Memorabilia oder Social-Media-Posts.

Beide Künstler setzen sich intensiv mit der amerikanischen Popkultur auseinander und legen deren Abgründe und Täuschungen offen, während sie sich zugleich vieler ihrer Mythen und Perversionen bedienen. Jafas Filmarbeiten und Installationen spiegeln seine Identität als Afroamerikaner wider und verfolgen gleichzeitig das Ziel, das schwarze Kino und die schwarze Kunst zu beleben; Princes Werke oszillieren zwischen der Kritik an weißer Männlichkeit und der Faszination für die dunklen Seiten der amerikanischen Psyche. Die Ausstellung präsentiert mehr als fünfzig Werke, darunter Fotografien, Videos, Installationen, Skulpturen und Gemälde. Darüber hinaus werden neue Arbeiten beider Künstler sowie ein gemeinsam konzipiertes Zine gezeigt.

Arthur Jafa, Mickey Mouse was a Scorpio, 2017 (detail). Private collection © Arthur Jafa / Midnight Robber © Photo: Ian Watts.TV. Richard Prince, Graduation, 2018. Collection of Larry Gagosian © Richard Prince

Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon
Rosa Barba. Drawing Vocabularies
16.05. – 28.09.2026

Rosa Barbas Werk bewegt sich zwischen Film, Skulptur und Installation, wobei die Grenzen jeweils fließend sind. Zentrale Themen sind Prozesse der Transformation, der Wahrnehmung und der Erinnerung. Dabei verknüpft sie Kunst und Wissenschaft, sowohl in ihrer filmischen Arbeit als auch in der Auseinandersetzung mit Landschaften oder sogenannten Ökologien der Zukunft. Ihre filmischen Werke beginnen oft dokumentarisch, gehen jedoch in fiktionale Sphären über. Realität wird zum erzählerischem Material, das sich ständig neu formt. Im Zentrum steht dabei stets der konkrete Ort – mitsamt seinen Spuren, Geschichten und politischen Dimensionen.

„Drawing Vocabularies“ ist Rosa Barbas erste große institutionelle Ausstellung in Portugal. Sie ist die dritte Künstlerin, der eine „Carte blanche“ angeboten wurde, um in den Nave-Raum einzugreifen und mit Werken aus der Sammlung des Centro de Arte Moderna Gulbenkian zu arbeiten. Diese spekulative Auseinandersetzung mit Geschichten, Aufbewahrungsräumen und Erinnerung unterstreicht das langjährige Interesse der Künstlerin an archivarischen Möglichkeiten und an Orten, an denen Fakt und Fiktion aufeinandertreffen, um neue Geschichten und verborgene Diskurse freizulegen.

View of the exhibition 'Rosa Barba. Frame Time Open' at MAXXI. Courtesy the artist, Esther Schipper, Vistamare, ©Andrea Rossetti

Palazzo Strozzzi, Florenz
Rothko in Florence
Bis 23.08.2026

Noch bis Ende August präsentiert die Fondazione Palazzo Strozzi eine der bedeutendsten Ausstellungen, die Mark Rothko, dem Meister der US-Nachkriegsmoderne jemals in Italien gewidmet wurde. Die von Christopher Rothko und Elena Geuna kuratierte Schau wurde speziell für den Palazzo Strozzi konzipiert, um die besondere Beziehung des Künstlers zu dieser Stadt zu würdigen. Chronologisch aufgebaut, zeichnet sie Rothkos gesamte Laufbahn nach: von figurativen Werken den in 1930er und 1940er Jahren, die von Expressionismus und Surrealismus, geprägt sind, bis hin zu der transzendenten, räumlichen Farbfeldmalerei der 1950er und 1960er Jahren. Zu den Leihgebern gehören das Museum of Modern Art (MoMA) und das Metropolitan Museum of Art in New York, die Tate in London, oder das Centre Pompidou in Paris. Die Ausstellung vereint über 70 Werke, von denen viele noch nie zuvor in Italien gezeigt wurden.

Mark Rothko No.3 / No. 13 1949
The Museum of Modern Art, New York/Scala, Firenze
©1998 by Kate Rothko Prizel and Christopher Rothko / Artist
Rights Society (ARS), New York / SIAE, Rome

Tate Britain, London
Hurvin Anderson
Bis 23. August

Seit über dreißig Jahren malt Hurvin Anderson; in Großbritannien ist er so etwas wie ein Klassiker. Doch erst jetzt widmet ihm die Tate Britain die erste, wohlverdiente Retrospektive.Mit rund 80 Werken spannt die Ausstellung einen Bogen über das gesamte Schaffen des Künstlers – von seinen frühen Arbeiten bis zur Gegenwart – und umfasst unter anderem auch einen Raum mit bislang noch nie gezeigten Gemälden. Durch farbenprächtige Landschaften und Interieurs spannt Andersons Werk einen Bogen über den Atlantik, zwischen Großbritannien und der Karibik.

Andersons Eltern kommen 1961 als Teil der sogenannten Windrush-Generation von Jamaika nach Birmingham, wo sie sich ein neues Leben aufbauen. Schon als Schulkind zeichnet und malt er fast obsessiv; er studiert Kunst und beginnt in den 1990er-Jahren, nach Fotografien zu malen – Familienaufnahmen, Bilder, die er in staubigen Kisten findet. Andersons Welt ist geprägt von starken Gegensätzen, karibischer und britischer Kultur, wobei er sich nirgendwo vollkommen zu Hause fühlt. Bei einem Arbeitsaufenthalt in Trinidad empfindet er zunächst Entfremdung. In seiner virtuosen, dunstigen Malerei verlegt er häufig karibische Dschungelvegetation in britische Landschaften. Dabei reflektiert sein Werk Erfahrungen von Zugehörigkeit und Diaspora und ruft ein Gefühl hervor, das er selbst so beschreibt: „An einem Ort zu sein, aber an einen anderen zu denken.“

Hurvin Anderson,Is It OK To Be Black?,2015-16, Arts CouncilCollection, Southbank Centre, London © A 70th Anniversary Commissionfor the Arts Council Collection with New Art Exchange, Nottingham and Thomas Dane Gallery, London. © Hurvin Anderson

Amerika

ICA, Miami
From the Heart to the Hands: Dolce&Gabbana
Bis 14.06.2026

Mit über 300 Stücken aus Archiv- und neuen Kollektionen ist „From the Heart to the Hands: Dolce & Gabbana“ eine Liebeserklärung an die italienische Kultur, die seit jeher die Inspiration für die Kreationen von Domenico Dolce und Stefano Gabbana ist. Erstmals wird das Archiv des Modehauses so umfassend präsentiert, das kreative Genie seiner Gründer und die DNA des Unternehmens so spielerisch durchleuchtet. Dies ist keine gewöhnliche Ausstellung, sondern eine theatralische Inszenierung, bei der das Bühnenbild von Agence Galuchat stammt. Die Ausstellung, die ihre Premiere im Mailänder Palazzo Reale feierte, wurde im Dialog mit dem erweiterten Standort des ICA Miami neu konzipiert und spiegelt die Rolle des Museums als Raum für zeitgenössische visuelle Kultur wider.
Als Ode an die Handwerkskunst zeichnet sie die außergewöhnliche Umsetzung ihrer Ideen nach. Dabei führt sie durch eine Reihe immersiver Räume, die verschiedene Facetten der Vision der Designer beleuchten. Die Präsentation stützt sich auf Kunst, Architektur, Folklore, regionale Topografien und Handwerkskunst, Oper und Ballett sowie den unvergänglichen Geist der Dolce Vita.

Installation Image | From the Heart to the Hands: Dolce&Gabbana, 2025, Photo Courtesy: Dolce&Gabbana / Mark Blower

ICA Miami
Harmony Korine: Perfect Nonsense
Bis 04.10.2026

Harmony Korine war von Anfang an legendär. Gerade einmal 19‑jährig schrieb er das Drehbuch für Larry Clarks ‚Kids‘ (1995), einen schonungslosen, grandiosen Film über die Skater‑ und Jugendkultur im New York der 1990er‑Jahre – über Drogen, Sex, Aids und Depression. Korine wusste, worüber er schrieb. Die minderjährigen Darsteller, darunter Chloë Sevigny, waren Laien und authentische „Kids“ und wurden auf der Straße gecastet. Der Film löste auch wegen der expliziten Szenen Skandale aus, ebenso sein eigenes Regiedebüt ‚Gummo‘ (1997).

Korine schuf anschließend weitere Filme, darunter ‚Mister Lonely‘ (2007), ‚Spring Breakers‘ (2012) und ‚The Beach Bum‘ (2019). Außerdem drehte er Musikvideos für Rihanna, Sonic Youth und Cat Power. ‚Perfect Nonsense‘ ist die erste große Museumsausstellung in den USA, die sich dem legendären und facettenreichen Werk von Korine widmet. Die Ausstellung zeichnet seinen gesamten Werdegang nach und vereint über 50 Werke, darunter Malerei, Fotografie, Collagen, Zines und Zeichnungen. Sie verortet sein Schaffen in einem breiten Kontinuum der Bildproduktion, das die Grenzen zwischen Kino, zeitgenössischer Kunst und Popkultur aufhebt.

Harmony Korine, Shirley’s Temple, 2016.

Craig Robins Collection.

New Orleans Museum of Art, New Orleans
Robert Gordy: Outside the Mainstream
Bis 11.10.2026

Der aus Louisiana stammende Robert Gordy (1933–1986) war ein einzigartiges Phänomen, eine Art Solitär in der US‑Malerei. Seine grafisch‑eleganten, oft ornamentalen Gemälde erinnern an Art Deco und Surrealismus, nehmen aber bereits in den 1960er‑Jahren die postmoderne Malerei vorweg. Häufig wurden sie auch dem sogenannten „Pattern & Decoration Movement“ der 1970er Jahre zugerechnet. Die Bewegung setzte sich aus Künstlerinnen und einigen Künstlern zusammen, die zuvor in den abstrakten Kunstströmungen der 1960er Jahre aktiv gewesen waren. Sie reagierte auf den westlich und männlich geprägten Kanon der Moderne und Nachkriegsmoderne, der zu einer Marginalisierung nicht‑westlicher und femininer Kunst‑ und Kunsthandwerksformen geführt hatte. Die oft feministisch engagierten Künstlerinnen wollten das Interesse an „minderwertigen“ oder als trivial empfundenen Formen, Mustern und Dekoren wiederbeleben.

Gordy bestand allerdings auf Unabhängigkeit und sagte, er ziehe es vor, „außerhalb des Mainstreams“ zu arbeiten. In den 1970er und 1980er Jahren war er für seine meisterhaften Kompositionen sowie für das raffinierte Zusammenspiel von Raum, Linie und Farbe bekannt, nahm an der Whitney‑Biennale und anderen großen Ausstellungen teil, und das New Yorker PS1 widmete ihm eine Einzelausstellung. Obwohl er heute vor allem für seine Druckgrafiken und späten Monotypien bekannt ist, arbeitete er im Laufe seiner Karriere mit einer Vielzahl von Medien.
Diese Ausstellung, die erste umfassende Präsentation des Werks des Künstlers im New Orleans Museum of Art seit über vier Jahrzehnten, zeigt eine Auswahl aus Gordys Schaffen von den 1950er Jahren bis zu seinem frühen Tod durch AIDS im Jahr 1986.

Robert Gordy, Rimbaud’s Dream #2, 1971
New Orleans Museum of Art

Asia-Pacific

Queensland Art Gallery I Gallery of Modern Art, Brisbane
Olafur Eliasson: Presence
06.12.2025–12.07.2026

Ab Dezember kommt mit „Presence“ eine umfangreiche Ausstellung des isländisch-dänischen Künstlers Olafur Eliasson nach Brisbane. Sie zeigt bedeutende neue Installationen, Fotografien und Skulpturen. Die Schau wurde von Eliasson und seinem Studio eigens für die Gallery of Modern Art (GOMA) entwickelt. Sie erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss der GOMA und umfasst mehr als 20 Kunstwerke des Künstlers aus den Jahren 1993 bis heute. Das Spektrum reicht dabei von dem bahnbrechenden Werk „Beauty” (1993), bei dem ein Regenbogen in einem Schleier aus feinem Nebel zu schweben scheint, über die immersive Felslandschaft und den kleinen Bach von „Riverbed” (2014) bis hin zu einer Reihe noch nie gezeigter Werke, die speziell für „Presence” entwickelt wurden. Dazu gehören zwei neue große Installationen, die sich mit der Polarisation von Licht befassen: „Your negotiable vulnerability seen from two perspectives” (2025) und „Your truths” (2025). Chris Saines, der Direktor des QAGOMA, sagt über Eliassons Werk: „Es zwingt uns dazu, darüber nachzudenken, wie wir uns visuell, räumlich und kinetisch mit der Welt in Beziehung setzen.“

Key Visual of the Singapore Biennale 2025. Image courtesy of Singapore Art Museum

National Gallery, Victoria, Melbourne
Women Photographers: A Legacy of Light
Bis 26.05.2026

„Women Photographers 1900–1975: A Legacy of Light“ würdigt die vielfältigen fotografischen Praktiken von mehr als achtzig Künstlerinnen, die zwischen 1900 und 1975 tätig waren. Mit Fotografien, Postkarten, Fotobüchern und Zeitschriften untersucht die Ausstellung die Rolle von Fotografinnen und wie sie als Künstlerinnen ein Bild von sich selbst, von anderen und von ihrer Zeit erschufen. Dabei reicht das Spektrum von Fotografien der Frauenwahlrechtsbewegung um die Wende zum 20. Jahrhundert über einige der ikonischsten Bilder des 20. Jahrhunderts von Diane Arbus, Dora Maar, Lee Miller bishin zur US-Frauenrechtsbewegung in den 1970er-Jahren. Von Melbourne bis Tokio, von Paris bis Buenos Aires präsentiert die Ausstellung Werke von wegweisenden Künstlerinnen wie Berenice Abbott, Claude Cahun, Imogen Cunningham, Germaine Krull, Tina Modotti, Lucia Moholy, Toyoko Tokiwa, Yamazawa Eiko und vielen anderen.

Ellen AUERBACH
R. Schottelius in New York (1953); (1992) {printed}
gelatin silver photograph
National Gallery of Victoria, Melbourne
© Ellen Auerbach. VG Bild-Kunst/Copyright Agency

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